Vimcar

Facts & Figures

Name des Unternehmens: Vimcar GmbH

Gründungsjahr: 2013

Gründer: Andreas Schneider, Christian Siewek, Lukas Weber

Bezug zur HSG: Andreas Schneider & Christian Siewek beide M.A. HSG '13; der erste Investor Christophe Maire ist ebenfalls HSG-Absolvent; Idee/Motivation ist beim Design Thinking Kurs am IWI entstanden.

Branche: Connected Car / Fleet Management

Anzahl Mitarbeiter: 35

Website: www.vimcar.de 

1. Die Geschäftsidee:
Wir von Vimcar haben die Vision, Autofahren im geschäftlichen Rahmen einfacher und kostengünstiger zu machen. Bislang war der Prozess in vielerlei Hinsicht ineffizient und für zu viele Anwendungsfälle untauglich: Fast jeder Fuhrpark setzt sich aus Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller zusammen. Die großen Automobilhersteller produzieren bei der Vernetzung ihrer Fahrzeuge allerdings einzig Lösungen für ihre Marke – Insellösungen, die dem Kunden nicht weiterhelfen: Software zur Fuhrparkvernetzung muss nämlich markenübergreifend funktionieren, um auf einen Schlag den gewünschten Überblick über den gesamten Fuhrpark zu gewährleisten. Vimcar tut genau das: Wir haben den Fuhrparkmanager digitalisiert und möchten ihn vor allem für kleinere Flotten erschwinglich machen. Man könnte auch sagen: Was im Konzern der Fuhrparkleiter in menschlicher Form macht, erledigt Vimcar als digitaler «Kollege» für die kleineren Fuhrparks. Konkret macht unsere Flottenlösung administrative Aufgaben rund um den Firmenwagen in einer sehr einfach zu nutzenden Software abwickelbar und vernetzt den gesamten Fuhrpark (herstellerübergreifend) intelligent zu einer maximal professionell geführten Flotte.

Bestenfalls möchten wir unsere Software in alle angrenzenden Bereiche des Unternehmens rund um den Firmenwagen integrieren. Da die notwendigen Daten nicht zwingend aus dem Auto kommen, trägt das gesamte Ökosystem Auto zur «Connected Fleet» bei. So liefern auch Tankkarten oder Leasingfahrzeuge Daten zur cleveren Fuhrparkverwaltung. Diese Daten stehen zur Verfügung, sie müssen nur genutzt werden.

2. Das Beste an der Selbstständigkeit:

Das wohl Beste, wenn es abends mal wieder später wird: Man weiß – vor allem verglichen zu einem großen Konzern – wofür man die ein oder andere Extrastunde investiert. Und das macht man auch gerne. Außerdem bekommt man natürlich alle Unternehmensbereiche unmittelbar mit. Das ist nicht nur besonders spannend, sondern man lernt auch Skills und gewinnt Erfahrungen, die einem niemand mehr nehmen kann. Letztlich ist auch das Netzwerk ein ganz anderes: Insbesondere in der Start-up-Szene lernt man als Selbstständige sehr spannende Persönlichkeiten kennen, die uns sonst wohl verwehrt geblieben wären.

3. Die wertvollste Erfahrung:
Im Nachhinein hat sich als besonders effektiv herausgestellt, das Produkt so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen und sozusagen dort zu testen. Dadurch bekommt man viel schneller ein besseres Gefühl, was die Kunden wirklich wollen. Auf deren Feedback kann schließlich reagiert und tatsächlich ein Produkt nach Kundenanforderungen weiterentwickelt werden. Wer dagegen lange im stillen Kämmerlein vor sich hin experimentiert, läuft Gefahr, entweder zu spät zu sein oder etwas auf den Markt zu bringen, was der Kunde gar nicht (mehr) möchte. Was wir auch bemerkt haben: Qualität kommt vor Quantität. Es ist also ratsam, sich anfänglich voll und ganz auf das Kernprodukt zu konzentrieren.

4. Die grösste Herausforderung:

Die größte Herausforderung zum Start war, einen starken Fokus zu setzen – in unserem Fall ein Fokus auf die Fahrtenbuch-Nische. Das Thema ist weder sexy, noch ein Trend-Thema, noch ist die Nische ein Multimilliardenmarkt. Außerdem war es nicht leicht, diesen Fokus «durchzuhalten» entgegen der externen Erwartungshaltung, dass man schon kurz nach der Gründung den großen Google-Plan braucht. Das Durchhalten dieser Hyperfokus-Denke hat sich aber bewährt und uns zu einer effizienten Unternehmung mit Mini-Marke und signifikanten Umsätzen in einer Nische gemacht. Darauf können wir jetzt aufbauen.

5. Ein Tipp für künftige Gründer:
Man muss wirklich sehr viel Durchhaltevermögen mitbringen. Auch wenn es hart klingt: Der Anfang wird kein Sprint, sondern ein Marathon. Wenn es einfach wäre, hätte es bestimmt schon jemand anderes gemacht. Der eine oder andere Rückschlag ist da einfach vorprogrammiert – wichtig ist, sich an den kleinen Erfolgen hochzuziehen. Dann macht alles doppelt so viel Spass.

6. Dafür bin ich der HSG dankbar:

Der HSG bin ich ganz allgemein dankbar für eine sehr praxisnahe Ausbildung. Speziell bin ich dankbar für einen zwar harten und intensiven, aber exzellenten Design Thinking Kurs am IWI, der Lust an Innovation und Gründung gemacht hat. Der Kurs hat de facto einen Großteil des Studiums ausgemacht und war mit den Praxisprojekten bei Audi (Andreas) und Lexware (Christian) die Grundlage für die spätere Gründung.

7. Ziele für das aktuelle Jahr (2017):

Ganz klar: Der Markt ist riesig und wir möchten noch mehr Unternehmen von unseren digitalen Lösungen überzeugen. Dazu arbeiten unsere Produktentwickler bereits fleissig an neuen Features für 2017. Wann müssen die Winterreifen gewechselt werden? Wo befinden sich andere Autos aus dem Fuhrpark momentan? Wo wurde getankt? Auch solche Informationen tragen zur cleveren Vernetzung des Firmenwagens bei. Freiberufler und Unternehmen sollen sie künftig abrufen können. Früher oder später werden analoge Lösungen von digitalen komplett abgelöst. Wer weiss, wie lange es noch dauert.