Othmar Karas

Othmar Karas, EMBL '97

Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
1997 habe ich  ein Masterprogramm in Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht absolviert und erfolgreich abgeschlossen. Für meine Diplomarbeit habe ich mich mit dem Thema „Das österreichische Energieorganisationsgesetz und die EU-Richtlinie“ beschäftig.

Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?

Ich bin seit 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments, leite dort die ÖVP-Delegation und war Vizepräsident der EVP-Fraktion und bis Juli 2014 Vizepräsident des EP. Inhaltlich ist mein Schwerpunkt die nachhaltige Bewältigung der Finanz-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise. Ehrenamtlich bin ich als Präsident des Österreichischen Hilfswerks tätig, Sprecher des Bürgerforums Europa2020 sowie Präsident des Robert-Schuman-Instituts in Budapest.

Was wollten Sie als Kind werden?
Nachdem mir mein Vater als Bezirksschulinspektor viele Einblicke in den Lehrbereich geben konnte – ich bin in der Schule aufgewachsen-, hat mich die Lehre, die Beschäftigung mit Menschen und die Aus- und Weiterbildung schon als Kind sehr interessiert. Ich wollte auch immer planen, Neues denken und daher Architekt werden – dabei aber immer politische Verantwortung tragen.

Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?

Als Politiker, die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Möglichkeiten des Binnenmarktes, der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen der Globalisierung, die Begegnung mit unterschiedlichen Berufen und der wirtschaftlichen Realität, die Wertschätzung gegenüber dem EUGH und die Orientierung, die die Urteile bieten.

Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?
Meine Erwartungen wurden erfüllt.  

Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Einmal auf der Rückfahrt nach Wien hatte es so stark geschneit, dass meine Sicht nur bis zur Kühlerhaube reichte. Es war so schlimm, dass ich kapitulierte, die Autobahn verlassen habe und mich auf Herbergssuche begab. Leider blieb diese Suche bis 3:00 Uhr in der Früh ergebnislos, sodass ich schlussendlich erst um 4:00 in der Früh bei meinen Großeltern in Persenbeug ein Bett gefunden habe.

Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:

  • Das Land das zu mir passt, ist mehr als nur ein Land, es ist die Chance für unsere Zukunft: Europa.
  • Persönlich hat mich das Buch „Ohne Leib, mit Seele“ von Georg Fraberger sehr  beeindruckt.
  • Schach finde ich aufgrund der verschiedenen taktischen Möglichkeiten bei der gleichen Ausgangslage für alle Spieler eine hervorragende Schule für das Leben.


Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Verantwortungsbewusstsein, Offenheit, Kompromissfähigkeit

Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Durch meinen Beruf habe ich die Möglichkeit mit vielen Persönlichkeiten ins Gespräch zu kommen, aber sehr gerne würde ich Robert Schuman und Jean Monet – Gründerväter des vereinigten Europas – treffen, um über ihre Vision von der Europäischen Integration zu sprechen.  Mit Dalai Lama durfte ich sprechen, mit Otto von Habsburg oftmals. Auf ein Gespräch mit Papst Franziskus freue ich mich. Mit Gandhi und Martin Luther King hätte ich mich gerne ausgetauscht.