Andreas Menzl

Andreas Menzl, Dr. oec. HSG '69

1.    Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
1962 bis 1968 Betriebswirtschaft.
Lic. oec. im Jahr 1966, Promotion zum Dr. oec. im Jahr 1969.

2.    Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?
Unternehmer in der Kunststoffverarbeitung (CH und D) und im Anlagenbau (D). Beirat in der Automobilzulieferindustrie (D), Aufsichtsratspräsident in der Nahrungsmittelindustrie (A), Verwaltungsrat in mehreren KMUs in der Schweiz.
Präsident einer Naturschutzstiftung und einer Forschungsförderungsstiftung.

3.    Was wollten Sie als Kind werden?    
Die damals übliche «Laufbahn» von Bubenträumen: Lokomotivführer, Pilot, Reiseleiter, später dann Chemiker (Beruf meines Vaters)…

4.    Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?
Ich habe gelernt, wie Märkte funktionieren, wie die Marktteilnehmer sich verhalten und sich beeinflussen – und ich habe gelernt: «Wir alle sind Markt.»
Ein Drittel der von mir besuchten Vorlesungen und Seminare waren Juristische – das hat mir in meinem Berufsleben immer sehr geholfen.

5.    Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?
Rhetorik und Verhandlungstechnik. Das habe ich später nachgeholt, doch wäre vor allem der Berufsanfang leichter gewesen, wenn ich es früher gelernt hätte.

6.    Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Es gab verschiedene studentische Freundeskreise, denen ich angehörte. In allen wurde nach Vorlesungs- und Seminarbesuchen heftig diskutiert: Der gebotene Stoff hat uns dazu angeregt. Wir waren leidenschaftliche Studenten, die Professoren in den Hauptfächern begeisterten uns.
Begeistert waren wir auch von Theaterbesuchen, vor allem von solchen im Schauspielhaus in Zürich, das zu jener Zeit über herausragende Schauspielerpersönlichkeiten verfügte: Therese Giehse, Gert Westphal, Heinrich Gretler, die Hörbigers, Helmut Lohner u.a.m. - Dürrenmatt und Frisch feierten mit ihnen Bühnentriumpfe.
 
7.    Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:
Die Schweiz: vielfältig, basisdemokratisch, friedlich. – Richard P. Feynman: Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman! Ein unabhängiger, neugieriger und humorvoller Mensch - Physiker, Nobelpreisträger - erzählt anekdotisch aus seinem vielseitigen Leben. Ich habe das Buch über zwanzigmal verschenkt und damit allen m/w Lesefreude bereitet. – Schach: anfänglich einfach zu lernen, dann immer komplexer, man lernt immer dazu. Ich kann damit auch meine geistige Tagesform testen und dabei erhebliche Schwankungen feststellen.

8.    Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Bergsteigen. Die Berge faszinieren mich. Wenn ich dort unterwegs bin, so denke ich jeweils: Das ist meine Welt, hier bin ich zuhause.
Mit meiner inzwischen leider verstorbenen Ehefrau habe ich alle Viertausender der Alpen bestiegen.

9.    Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Warren Buffet. Er versteht die Märkte wohl besser als Normalsterbliche. Und darüber würde ich gerne mehr erfahren.