Cornelia Birta

Dr. Cornelia Birta, EMBA '09

Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
Von 2006 bis 2009 habe ich an der HSG Technologiemanagement studiert, das beste Studium überhaupt. Es kombiniert die Kraft und Ideen der Forschung und Entwicklung mit dem ökonomischen Wissen und der Kraft der Umsetzung. Als Medizinerin war ich am Anfang wie eine Ausserirdische unter Ingenieuren.

Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?

Ich habe eine Praxis für Stressmanagement und Mind-Body Power in Zürich. Dabei versuche ich auf der einen Seite die medizinische Seite zu leben, indem ich private und Gruppen-Programme im Bereich Stressmanagement, Resilienz-Bildung und Burn-Out Prophylaxe anbiete. Auf der anderen Seite kombiniere ich das Ganze mit dem Management-Wissen für Unternehmen im Bereich HR für Personen, die die Themen Performance, Konzentration, mentale Stärke, Entscheidungen oder Innovationsförderung verstärken möchten und neue Fähigkeiten für den beruflichen Alltag aufbauen wollen. Es ist das gleiche Wissen, individualisiert zum Einen für medizinisch/präventive Zwecke, zum Anderen für unternehmensspezifische Zwecke. Ehrenamtlich werde ich gerade in ein Projekt für Schulen/Kinder eingebunden.

Was wollten Sie als Kind werden?
That's a long story. But to make it short: Ich lebe das, was ich mir als Kind erträumt habe. Ich wollte ursprünglich Philosophin werden: Hinterfragen, Verstehen, wie die Welt so funktioniert und warum, wobei es mir aber sehr wichtig war, die Welt ein bisschen zu verändern und Dinge neu zu kombinieren. Die alten Arten und Weisen fand ich immer langweilig und abgelebt. Meine Eltern und die anderen Erwachsenen im Umfeld haben immer darüber gelacht. Ich wurde damals mit 14 Jahren in Rumänien in eine zahntechnische Schule gesteckt, in der ich eine Lehre aus 17 unterschiedlichen Handwerken gelernt habe. Später hat sich dieser Weg in Richtung Zahnmedizin entwickelt. Nach Jahren in der Zahnmedizin und der Tätigkeit in einer eigenen Praxis in München kam der alte Traum immer wieder. So bin ich nach St.Gallen gekommen für den Exec. MBA, instinktiv suchte ich andere Welten. Das war definitiv ein sehr wichtiger Meilenstein in meiner Veränderung von der Zahnmedizin hin zu dem, was ich heute mache. Es folgte ein Studium der Mind-Body Medizin an der Harvard Medical School. Heute mache ich mit meiner Arbeit genau das, was ich mir als Kind erträumt hatte: Jeden Tag die Welt ein bisschen Verändern, immer neue Programme, neue Anwendungen finden, das Wissen immer wieder anders kombinieren. Das macht mich sehr glücklich.

Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?
Ahh, ich hab so viele Sachen gelernt, es war alles neu, da ich nicht aus einem ökonomischen Studium kam. Das wichtigste war wahrscheinlich die ganzheitliche Denkweise, vernetztes Denken, das St.Gallener Modell, alle Einflussgrössen in einer Strategie miteinzubeziehen und aus diesem Verständnis heraus zu handeln. Zudem waren Ansätze wie Open Innovation und Cross Industry Innovation sehr wichtig. Was ich heute mache, könnte man auch Cross Medical Innovation for People Empowerment nennen.

Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?
Wie man das alles in der Medizin anwendet. Ich meine damit nicht in der medizinischen Technologie, um bessere Geräte zu bauen, sondern die Art und Weise, wie ich die Endkunden - also die Patienten - erreichen kann, um einen Mehrwert zu stiften. Das war aber auch ok so, ich musste es eben selbst entwickeln.

Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Es gibt eine lustige Geschichte mit einer Schnapsflasche, die ich aus Rumänien mitgebracht hatte. Die erzähl ich aber lieber nicht...

Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:
Land: Argentinien, wegen des Tangos
Buch: Carlos Castaneda: Die Lehren des Don Juan - es hinterfragt mehr als nur ein bisschen unsere Ideen und Konstrukte über die Wirklichkeit
Spiel: Schach - das war neben der Philosophie die zweite Leidenschaft aus meiner Kindheit

Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Herzlichkeit - ich versuche, alles mit dem Herzen zu sehen - und Menschen zu inspirieren, sich selbst zu sein, sich zu entfalten, glücklich zu sein und den eigenen Weg zu gehen.

Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Ich hätte sicher eine Liste. Es wäre interessant, Dalai Lama einmal persönlich zu treffen, wegen seiner Präsenz, Güte, Demut, aber auch wegen seiner Kraft und seiner Klarheit im Handeln. Wenige haben so ein Charisma. Das hautnah zu erleben wäre sicherlich sehr besonders.