Daniel Schaffo

Daniel Schaffo, lic. oec. HSG '87

1.    Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
Ich war von 1982 bis 1987 in St.Gallen. Im Rahmen des BWL Studiums habe ich mich auf Marketing spezialisiert. Ein Entscheid, den ich nie bereut habe.

2. Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?

Mein Weg führte über KMUs und Agenturen. Ich hatte die Chance, den Aufbau von zwei Unternehmen im Bereich hochwertiger Sporttextilien massgebend mitzugestalten. Nach einem Abstecher auf die Agenturseite leite ich heute bei einem Unternehmen im Bereich Papier das Design, Marketing und Product Management.
Nebenberuflich beschäftige ich mit intensiv mit Design und Design Management. Als Geschäftsführer von Swiss Design Transfer berate ich KMU, wie sie über Design ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können.

3. Was wollten Sie als Kind werden?

Mein grosser Traum war Pilot. Mich faszinierten die Flugzeug, lange Reisen, die Welt entdecken. Dieser Traum nahm ein jähes Ende, als mir der Optiker mit zehn Jahren die erste Brille verordnet hat. Auch wenn es mit dem Pilotenschein nicht geklappt hat, hatte ich doch später mehr als genug Gelegenheiten zum Reisen. Das Fliegen über den Wolken, das Eintauchen in unbekannte Länder und Städte, empfinde ich jedes Mal sehr bereichernd.

4. Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?
Zwei Themen kommen wir speziell in den Sinn. Da ist einerseits das Denken in Systemen und Zusammenhängen. Das Bewusstsein, dass kleine Faktoren einen grossen Einfluss auf das Gesamte haben können. Andererseits hat mir die Entscheidungsmethodik, wie sie damals gelernt wurde, immer wieder geholfen, zu ausgewogenen Entscheidungen zu kommen. Grad unter Zeitdruck und bei komplexen Sachverhalten greife ich auch heute noch auf dieses Wissen zurück.

5. Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?
Das sind vor allem die Softskills. Damit eine Person oder ein Team Erfolg haben kann, braucht es viel mehr als (Hochschul-) Wissen und ausgereifte Prozesse. Themen wie Leadership, Kommunikation, Motivation hatten damals noch nicht den Stellenwert wie heute. Nach all den Jahren in Führungsfunktionen rückt für mich der Mensch immer mehr ins Zentrum. Wie schaff ich es, Mitarbeiter zu begeistern? Nur so kann man gewinnen.

6. Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
In bester Erinnerung ist mir das Spruch von Prof. Weinhold an der mündlichen Abschluss-Prüfung: «Wenn ich ihre Schrift in der Prüfungsarbeit hätte lesen können, hätten sie mindestens eine Note besser abgeschnitten.» Das war der perfekte Einstieg in die Prüfung. Offenbar war der Adrenalin-Stoss so heftig, dass dann nichts mehr schief gehen konnte.

7. Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:
Land: Patagonien. Wegen dem Wind, den Bergen, den Steppen.
Buch: The old Man and the Sea von Hemingway. Wegen der wunderbaren Sprache.
Spiel: das Leben. Weil es so abwechslungsreich ist und immer spannend bleibt.

8. Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Querdenker

9. Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Wieso nur eine Person? Es gibt so viele interessante Menschen. Manchmal ist es genau die Person, die neben mir im Flugzeug sitzt. Spannend wäre heute eine Unterhaltung mit André Boschberg, der grad mit Solar Impuls und dem Flug von Japan nach Hawaii in neue Dimensionen vorstösst. Mich interessieren Menschen, die Grenzen verschieben und die Zukunft mitgestalten. Im Sport, in der Wissenschaft, in der Architektur.