Daniel Wellinger

1. Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
Ich habe meinen Abschluss 2005 in BWL gemacht. Als Vertiefungsrichtung habe ich «Strategie und Organisation» gewählt und ergänzt mit «Management Accounting», «Business Ethics» und Psychologie. Eine Kombination, die ich wohl wieder wählen würde.

2. Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?
Seit zehn Jahren arbeite ich für den FMCG Konzern Unilever vorwiegend im Controlling. Mein Weg führte mich aus der Schweiz über Deutschland und Frankreich bis an die Elfenbeinküste nach Abidjan, wo ich heute lebe und arbeite. Nachdem die Elfenbeinküste über zehn Jahre lang von politischen Krisen geprägt war, besteht meine Hauptaufgabe darin, die Finanzen für die Supply Chain in West Afrika neu zu organisieren, Restrukturierungsprojekte durchzuführen und den Aufbau zweier neuer Produktionswerke zu unterstützen.

3. Was wollten Sie als Kind werden?

Als Kind habe ich immer davon geträumt, dass ich eines Tages grosse, amerikanische Lastwagen fahren werde. Bisher habe ich diesen Traum noch nicht verwirklicht, aber irgendwo in meinem Hinterkopf steckt er noch immer.

4. Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?
Netzwerke! Es ist für mich wichtig, die Dinge als Ganzes zu sehen, in ihrem Zusammenhang und sie nicht als Einzelteile aus einem System herauszulösen. Dabei kommt mir auch der Relationale-Mensch in den Sinn – wir stehen immer in Verbindung zu anderen, beeinflussen und werden beeinflusst.

5. Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?
Es gibt viele Dinge, die eine Universität nicht so einfach lehren kann, die man selber erfahren muss, wie zum Beispiel Mitarbeiterführung oder der Umgang mit kulturellen Unterschieden. Aber auch hier hilft es, wenn man versucht, die Dinge in ihrem Zusammenhang zu sehen.

6. Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Der Name des Dozenten ist mir entfallen, aber ich wurde von ihm während dem Studium in einer Übungsgruppe mit Augusto Pinochet verglichen.

7. Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:
Als Auslandschweizer nenne ich natürlich die Schweiz, in die ich immer wieder gerne zurückkehre. Es ist einfach wunderbar, aber beinahe schon langweilig, wie verlässlich dieses kleine Land tickt und da bin ich schon stolz Schweizer zu sein.
Im Allgemeinen lese ich gerne in Biographien und nutze diese als Quelle der Inspiration, obwohl mir nicht mehr so viel Zeit dafür bleibt, wie ich dies gerne hätte.
Mein Spiel ist ganz klar Eishockey, da es schnell, dynamisch und kraftvoll gespielt wird.

8. Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Freiheit und Unabhängigkeit

9. Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Moses – ein wahrer Leader. Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, wie er ein Volk dazu bewegte, ihm durch Wasser und Wüste zu folgen.
Zurzeit würde ich auch gerne ein Glas Wein mit Yanis Varoufakis und Wolfgang Schäuble trinken und Ihre persönliche Sicht der Dinge in Griechenland kennen lernen.