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Konstantin von Schulthess, lic. iur. HSG '99

1. Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
Ich habe von 1994 bis 1999 Recht an der HSG studiert. Was mir gut gefiel, war die Möglichkeit nebst dem Jus-Studium auch eine gute Portion Wirtschaft mitzunehmen. Dieses betriebswirtschaftliche Interesse war auch der Treiber für drei Praktika in England, Frankreich und Ecuador während meiner St.Galler Zeit.


2. Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?
Heute leite ich das Schweizer Büro des IFW – Institut für Fort- und Weiterbildung. Wir sind ein auf Führung fokussiertes Beratungsunternehmen. Als solches begleiten wir Individuen, Teams und Unternehmen als Coaches, Trainer für Leadership Development und Berater in Veränderungsprozessen.
Als Berater bin ich Quereinsteiger. Zuvor durchlief ich eine Finanzkarriere , die mich vom Wirtschaftsprüfer bis hin zum CFO führte. Die darin gewonnenen Führungserfahrungen helfen mir ganz wesentlich die Anliegen unserer Kunden zu verstehen.
Die wichtigste ausserberufliche Tätigkeit ist für mich meine Familie mit meinen zwei Töchtern.


3. Was wollten Sie als Kind werden?
Ich ging durch verschiedene Phasen der Berufsfindung. So gab es mal einen Zeitpunkt, da ich Chemiker werden wollte. Dies mit dem Ziel, Kaugummis selbst herzustellen, statt sie am Kiosk zu kaufen. Schon bald setzte bei mir aber ein grosses Interesse für Geschichte ein und ich spielte mit dem Gedanken dies auch zu studieren. Bis heute fasziniert mich, was Menschen über die Jahrhunderte getan und gedacht haben und wie sich dies bis heute auswirkt. Ich denke, dass es gerade dieses Interesse an menschlichem Verhalten ist, welches mich in meiner heutigen Tätigkeit so begeistert.


4. Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?
Etwas, das mir bis heute geblieben ist, ist das strukturierte Denken des Juristen. Seit dem Studium in St.Gallen gehe ich Herausforderungen schrittweise an. Was mir die HSG auch mitgegeben hat – und das ist vielleicht noch wichtiger – ist Freude am und Mut zum Lernen. Erst im Studium habe ich gemerkt, dass man mit etwas Energie und Zeit in ganz neue Lebens-, Berufs- und Wissensbereiche vordringen kann und dass das höchst bereichernd ist.  Seither springe ich alle paar Jahre in irgendeinem Aspekt meines Lebens wieder mal ins kalte Wasser.


5. Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?
Das Grundstudium war natürlich über weiter Strecken auch eine ziemliche Büffelei. Da kamen die Reflektion und die Verbindung eigener Erfahrung mit aktuellen Herausforderungen auch mal zu kurz. Heute bin ich kritischer und hinterfrage Aussagen – auch solche von Professoren – mehr.


6. Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Ein jährliches Highlight war der 17. Mai – der norwegische Nationalfeiertag. Nie mehr habe ich so viel Crevetten gegessen und Aquavit getrunken. Die Verbundenheit zu Norwegen ist seither geblieben und heute habe ich einen Patensohn in Oslo.


7. Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:
Land: Chile – da kommt nicht nur meine Frau her, es ist auch eines der schönsten Fleckchen Erde die ich kenne.
Buch: Nikomachische Ethik – the highest good is happiness.
Spiel: Cacho – ein südamerikanisches Würfelspiel.

8. Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Erkenntnis – «Aha Momente» gehören zu den besten Momenten.


9. Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Eric Clapton – eine Gitarrenlektion von ihm wäre der Hammer. Ansonsten sind es oft die zufälligsten Begegnungen, welche mich am meisten faszinieren.