Nils Rickert

Nils Rickert, lic.oec.HSG '99

Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
BWL mit Vertiefung Führung und Personalmanagement von 93 bis 99 (wenn ich mich richtig erinnere – es ist schon lange her). Daneben habe ich noch den CEMS-MIM mit Austauschsemester in Rotterdam und Praktikum in Paris absolviert.

Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?

Ich habe vor zwölf Jahren ein Beratungsunternehmen für Organisationentwicklung gegründet. Heute sind wir zu sechst und begleiten Unternehmen in Veränderungsprozessen – mit den Schwerpunkten interne Kommunikation, Organisationskultur und Veränderungsmanagement. Organisationen in schwierigen Zeiten vorwärts zu bringen ist jedes Mal aufs Neue faszinierend. Daneben bin ich politisch sehr engagiert und Mitglied des St.Galler Kantonsrats. Dieses mehrheitlich ehrenamtliche Engagement nimmt etwa 25% meiner Zeit in Anspruch. Es ist spannend, weil man immer wieder in neue Bereiche Einblick erhält – und man nur Erfolg hat, wenn man für gute Ideen Mehrheiten gewinnt.

Was wollten Sie als Kind werden?

Wie so viele wollte ich einmal Schauspieler werden. Ich bin aber froh, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung ging. Es scheint mir schwer, in dieser Welt ein halbwegs normales und zufriedenes Leben zu führen.

Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?
Einen ganzheitlichen Blick auf Probleme zu haben und über verschiedene Interessen hinweg tragfähige Lösungen zu finden. Viel davon habe ich während meines Engagements in der Studentenschaft gelernt.

Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?

Wie man ein eigenes Unternehmen aufbaut – so musste ich dann on-the-job lernen.

Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Während der Zeit im Vorstand der Studentenschaft war es immer mal wieder schwierig das offizielle Info-Blatt «InfoBue» zu füllen. Einmal war es so schlimm, dass ich einen zweiseitigen Beitrag über den schlechten Umgang mit einer Zimmerpflanze (Elchgeweih) verfassen musste. Vielleicht war das der Auslöser für mein Interesse an Kommunikation.

Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:
Da ich beruflich und als Politiker sehr viel kommuniziere, schätze ich Länder und Orte, in denen man sich auch zurückziehen kann, z.B. Finnland, Grönland oder die Schweizer Alpen. Bei den Spielen passt Jassen gut, denn es ist ein schnelles und sehr interaktives Spiel. Bei den Büchern finde ich Stephen Fry inspirierend, weil er sehr gekonnt, spielerisch und präzise mit Sprache umgeht.  

Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Herzblut – d.h. ich versuche Dinge zu machen, hinter denen ich voll und ganz stehen kann und in die ich mich entsprechend auch mit ganzer Kraft einbringe.

Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Kofi Annan, um mit ihm darüber zu sprechen, ob man eine komplexe und hochpolitisierte Verwaltung weiterentwickeln kann.