Rolf Blaser

1. Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
Ich habe im Jahr 2002 mit dem EMBA in New Media und Communication begonnen. Später wurde das Program in Media & Communication umgetauft, da sich die dot-com bubble auf die Namensgebung und Inhalte des Kurses ausgewirkt hat.

2. Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?
Nach meinem EMBA habe ich die Branche von Elektronik (Sony) zu Körperpflege (Johnson & Johnson) gewechselt. Im Jahr 2007 wurde ich mit einer Bekanntschaft gesegnet, welche weitreichende Folgen hatte. Ich habe meine heutige Frau in Indien kennen gelernt, was dann auch der Grund war im Januar 2008 nach Bangalore – Indien auszuwandern.
Heute bin ich Country Manager für die italienische Firma Safilo in Indien. Wir designen, produzieren und vertreiben weltweit Brillen unter Lizenz für Luxusmarken wie Gucci, Dior, Jimmy Choo, Boss etc. In Inden liegt der Fokus auf Marketing & Vertrieb unserer Produkte, wobei die Logistik nicht zu unterschätzen ist.
Vor 2 Jahren erhiehlt ich die Ehre, die HSG in Indien als Alumni Club India Präsident zu vertreten.

3. Was wollten Sie als Kind werden?

Popstar, Anwalt, Autorennfahrer (konnte nicht warten und wurde Radrennfahrer),..etc.
Meine Berufsgelüste waren etwas unkoordinierte und nicht sehr ausgeprägt, was mich dann später zum Alrounder machen sollte.

4. Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?

Da waren natürlich schon ein paar Juwelen mit dabei. Das St. Galler Management Modell bleibt unvergesslich. Auch meine ‚Bekanntschaft‘ mit Michael Porter zeigt Langzeitwirkung. Ich bleibe Prof. Dr. Martin Hilb für die schönen Stunden mit dem Matryoshka Prinzip und vielen anderen Themen dankbar. Die Liste ist endlos..
Neben dem gelehrten Studien Plan gehören auch Erfahrungen in Teamwork und Gruppendynamik dazu, welche in vielen Projekten, Präsentation und Arbeiten erprobt wurden. Die geschützten Werkstatt erlaubte uns zu probieren, diskutierten und reflektieren.
Nicht zuletzt profitiere ich heute von vertieften angewanten MS-Office Kentnissen, welche zum grossteil während Gruppenarbeiten, von Kollegen aus grossen Beraterfirmen, erlernt werden konnte.

5. Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?

Ich bin eigentlich der Meinung gelernt zu haben, was ich an der HSG lernen sollte/wollte.
Ein Thema welches ich heute für wichtig erachte, jedoch in keinem meiner Lehrpläne zu finden war, ist: Einfluss von Körper und Geist auf die Leistungsfähigkeit von Person und Organisation.

6. Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Dank Studienstress, habe ich alle Termine verpasst um meine obligatorische Schiesspflicht zu erfüllen. Von Zürich kommend, war die letzt Möglichkeit das „Obligatorische“ in St. Gallen zu absolvieren. Meine zu 80% ausländischen Studien Kollegen haben mit grossen Augen geschaut, als ich mit dem Sturmgewehr im Schulzimmer auftauchte. Nach ersten Ängsten, dass der Ernstfall eingetreten sei, lag das Interesse vielmehr an der Inspektion des STG57, was wiederum die Schulleitung unruhig machte.
Das Gerät musste spätestens bis zur Mittagspause entfernt werden, damit wieder Ruhe & Ordnung einkehren konnte.

7. Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:
Schweiz – Das beste Land in vielen Hinsichten
India Grows at Night – Ein Buch das beschreibt was geschieht im Gegensatz zu was geschehen sollte
Schach – Beinhaltet Konzepte und Strategien mit grossem Anwendungsbereich

8. Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Pragmatiker.
Kommend von der extrem gut organisierten Schweiz nach Indien, würde ich ohne Pragmatismus wohl nicht glücklich hier in Indien sein UND Spass daran haben.

9. Welche Person hätten Sie gerne mal treffen und warum?
Mahatma Gandhi, weil dies wohl eine der charismatisten Personen der modernen Zeit war.