Sonja Lüthi

Sonja Lüthi, Dr.oec.HSG '10

 

Was und wann haben Sie an der HSG studiert?
Doktorat am Institut für Wirtschaft und Ökologie, H2007 bis H2010, zum Thema wirksame Förderung von erneuerbarer Energie aus Sicht von Solar- und Windkraft-Grossprojektentwicklern. Letztes Jahr kehrte ich für das CAS Management von Energieversorgungsunternehmen  an die HSG zurück.

Was machen Sie heute in Ihrem Leben? Beruflich, ehrenamtlich, o.ä.?
Ich leite beim LV-St.Gallen die Abteilung Neue Energien. In meiner Freizeit politisiere ich im Parlament der Stadt St.Gallen. Ich bin Vize-Präsidentin der Werkskommission und Olma Verwaltungsrätin. Zudem bin ich in verschiedenen Vereinen und Organisationen im Vorstand aktiv. So habe ich z.B. vor 4 Jahren die Genossenschaft Solar St.Gallen gegründet. Wir finanzieren Solaranlagen auf Dächern in St.Gallen und Umgebung.

Was wollten Sie als Kind werden?
Französischlehrerin – ich empfinde die Mehrsprachigkeit der Schweiz als eine grosse Chance, aber auch als eine Herausforderung. Ein gegenseitiges Kennenlernen und Austauschen in der Schulzeit erachte ich als sehr wertvoll und ich würde bestimmt auch die eine und andere Brücke über den Röstigraben bauen. Ich studierte Französisch und Geographie im Hauptfach und machte auch die Lehrerausbildung. Nachdem ich je ein Jahr Französisch und Geografie auf Französisch unterrichtet hatte, liessen mich die erneuerbaren Energien nicht mehr los und so entschloss ich mich, zu einem Doktorat am Institut für Wirtschaft und Ökologie der HSG.

Was ist das Wichtigste, was Sie an der HSG gelernt haben?
Ich erlebte zwei sehr intensive und spannende Jahre an der HSG. Vor meiner HSG Zeit studierte ich Geografie in Fribourg, mit Umweltökonomie in einem Nebenfach. Als Geografin musste ich zuerst mit den ökonomischen Theorien und Begrifflichkeiten bekannt werden. Weiter verbesserte ich in dieser Zeit auch meine Englisch-Kenntnisse, sei es in internationalen Forschungsprojekten oder durch das Verfassen von Papers in Englischer Sprachen.

Was haben Sie an der HSG nicht gelernt?
Politisieren und professionelles Networking habe ich erst nach meinem Abschluss kennen gelernt. Als Geografie-Quereinsteigerin war ich möglicherweise eine der einzigen HSG-Abgängerinnen ohne vertieftes Verständnis von Erfolgsrechnung und Bilanz - doch durch die Unterstützung meines Mannes und mit der praktischen Tätigkeit habe ich mittlerweile auch hier den Durchblick.

Eine kurze Anekdote aus der Studienzeit?
Gleich zu Beginn meiner Assistenz war ich zuständig für das Organisatorische eines Seminars mit HSG-Studenten. Das Seminar fand in einem einfachen Seminarhaus oberhalb von Gais statt. Für ein paar der Teilnehmer war die Unterkunft mit Mehrbettzimmern nicht aushaltbar, sie wollten nach St.Gallen zurück zum Übernachten. Ich war sehr überrascht über die Ansprüche dieser Studierenden. Aber zum Glück werden die meisten HSG-Studenten ihrem Ruf als elitär-abgehoben doch nicht gerecht.

Nennen Sie ein Land, ein Buch und ein Spiel, die zu Ihnen passen:

  • Land: Schweiz: Obwohl ich immer wieder gerne verreise und auch schon längere Zeit im Ausland gelebt habe,  kehre ich immer wieder sehr gerne zurück. Ich finde die «kleine» Schweiz hat so Vieles zu bieten. Ich bin im Mittelland aufgewachsen, habe in der Westschweiz studiert, lebe ich aktuell in der Ostschweiz und geniesse möglichst viel meiner Freizeit in den Bergen.
  • Buch: Der Alchimist von Paulo Coelho: Eine Fabel die dem Leser zeigt, dass es Sinn macht, den eigenen Lebensweg zu suchen, seinen Lebenstraum zu verwirklichen und auch nach harten Schicksalsschlägen niemals aufzugeben.
  • Spiel: Jassen: Die Jasskarten sorgen immer wieder für ein paar vergnügliche Stunden.

Mit welchem Substantiv würden Sie sich beschreiben?
Sonne: ich liebe sonnige Tage, Menschen mit Sonne im Herzen und denke auch, dass die Sonne einer unserer wichtigsten zukünftigen Energieressourcen darstellt.

Welche Person würden Sie gerne mal treffen und warum?
Elon Musk, Gründer von Paypal, SolarCity, Tesla Motors und SpaceX: Mit ihm würde ich gerne darüber sprechen, wie wir die Elektromobilität schon heute zu einem interessanten Businesscase in der Schweiz machen könnten, zusammen mit der Solarenergie.