Carvolution

Facts & Figures

Name des Unternehmens: Carvolution AG

Gründungsjahr: 2018

Gründer: Léa Miggiano, Esther Zaugg, Luis Wittwer, Christian Räber, Adrian Boss

Bezug zur HSG: Léa Miggiano B.A. HSG '17

Branche: Mobilität

Anzahl Mitarbeiter:

Website: https://www.carvolution.com

1. Die Geschäftsidee:
Das Konzept ist einfach, wir bieten Autos im Abo, anstatt diese zu verkaufen oder zu verleasen – Fahrzeug online aussuchen, nach Hause liefern lassen, einsteigen und losfahren. Carvolution bietet mit dem Auto-Abo die Möglichkeit flexibel, einfach und sorglos dauerhaft mit dem Auto mobil zu sein. Wer bislang ein Auto haben wollte, musste dieses entweder kaufen oder aber auf einen Leasingvertrag eingehen. Während der Kauf eines Neuwagens ein gewisses Kapital erfordert, birgt der Kauf eines Occasion-Fahrzeuges einen hohen Grad an Unsicherheit, da dort das altbekannte Problem vom «Lemon-Markt» besteht. Ein Leasingvertrag auf der anderen Seite ist ein mittel- bis langfristiger Vertrag und demnach eine bindende Verpflichtung. Carvolution eliminiert all diese mühsamen Aspekte und ermöglicht es jedem Autofahrer und jeder Autofahrerin jederzeit das Auto zu haben, das zu den aktuellen Bedürfnissen passt, ohne sich zu binden oder gross Kapital aufzuwenden.

2. Das Beste an der Selbständigkeit:
Es macht unglaublich Spass. Ein Start-up-Team ist etwas Besonderes. Es ist ein ganz anderer Teamspirit, als in grossen routinierten Unternehmen. Entscheide werden schnell getroffen, es gibt kreative Lösungsansätze und alle wissen genau, worauf es ankommt. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich freue mich wirklich jedes Mal auf den Montagmorgen, weil ich weiss, wie wir uns dann alle wieder wie verrückt ins Zeug legen. Richtig, jetzt fragt man sich bestimmt, wieso wir nicht am Wochenende arbeiten. Aber entgegen vielen Start-up-Predigern, die sagen, dass man die ganze Zeit arbeiten muss und es für Pausen keine Zeit gibt, bin ich überzeugt, dass es diese Pausen braucht, die Zeit wo man was anderes macht, sich mit anderen Leuten unterhält und den Kopf freibekommt. Man darf sich nicht schlecht fühlen, wenn man mal nicht im Büro ist, denn der Kopf denkt weiter, da sollte man sich keine Sorgen machen.

3. Die wertvollste Erfahrung:
Ganz klar die Lernkurve, die wir hier alle erfahren. Das was bei uns allen im Team geschieht, kann  man nicht in Büchern nachlesen, da muss man schon selber durch. Man lernt Dinge von denen man zuvor kaum was wusste. Jeder teilt sein Wissen gerne und jeder will verstehen, was der andere macht. Der Teamspirit untereinander ist unglaublich wertvoll, wodurch auch angeheizte Diskussionen Spass machen, da man sich gegenseitig respektiert und immer auf einem gemeinsamen Nenner landet.

4. Die grösste Herausforderung:
Zum einen zu lernen aktiv Leute nach deren Hilfe zu fragen. Zum anderen das richtige Team zusammenzustellen. Die erste Gründung ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Tagtäglich steht man vor Aufgaben, von denen man ehrlich gesagt keine Ahnung hat. Zuerst muss man sich das natürlich eingestehen, da aber gewisse Entscheide getroffen werden müssen und man diese auch umsetzen muss, kann man nicht Nichts machen. Ich musste also schnell über meinen Schatten springen und den Leuten sagen: «Schaut, ich brauche da echt eure Hilfe, denn ich bin überfordert». Ich habe das unglaubliche Glück einen tollen Mentor zu haben, Peter Schüpbach, der mir mit Rat und Tat und einem enormen Netzwerk den Rücken stärkt. Man muss die Hilfe einfach annehmen und gegebenen Falls aktiv danach fragen. Und selbst wenn man mal unsicher ist, lieber irgendetwas machen, selbst wenn es nicht das Richtige ist, anstatt tatenlos zuzusehen, wie die Dinge nicht vorangehen. Fehler kann man korrigieren, aber wenn man nichts tut, dann kommt man definitiv keinen Schritt weiter. Der zweite Punkt: die Zusammenstellung des Teams war wohl eine der grössten Herausforderungen, aber auch einer der grössten Erfolge, wenn ich heute das Team betrachte. Leute findet man schnell, dies steht ausser Frage. Vermutlich sogar Leute die kompetent sind und das richtige Know-how mitbringen. Aber Leute zu finden, die sich gegenseitig ergänzen, die nicht nur gemeinsam arbeiten, sondern gemeinsam ein Team bilden und sich konstruktiv herausfordern, das ist gar nicht so einfach.

5. Ein Tipp für künftige Gründer:
Macht einfach – legt los. Jedes Start-up jeder Gründer wird seine eigenen Erfahrungen machen müssen beziehungsweise dürfen. Mit meinen 23 Jahren habe ich noch keine Gründer-Weisheit und auch fehlt mir eine faszinierende Geschichte über einen Misserfolg und wie ich auf die harte Art lernen musste, was es heisst ein Unternehmen zu gründen. Aber was ich nun schon weiss, traut euch, denn es lohnt sich.

6. Dafür bin ich der HSG dankbar:

Für die tolle Studentenzeit, auf jeden Fall. Aber auch die spannende und inspirierenden Personen, die ich kennenlernen durfte. Die HSG bietet ein riesiges Netzwerk und ich dachte damals, was sollen denn die ganzen Networking-Events bringen, aber jetzt weiss ich es, jeder mit dem man spricht, kann irgendwann die entscheidende Tür öffnen, oder das entscheidende Intro machen zu einer riesen Chance.

7. Ziele für das aktuelle Jahr (2018):

Es ist schon fast Halbzeit. Bis Ende 2018 wird Carvolution mindestens 300 Fahrzeuge auf der Strasse haben. Wir werden einen unglaublichen Service bieten und die Leute von uns überzeugen. Es stehen viele spannende Fragen im Raum, wie Partnerschaften und Kooperationen. Wir behalten auf jeden Fall die Augen offen und nehmen jede Chance wahr. Ich persönlich werde noch in diesem, oder aber im kommenden Jahr neben Carvolution mein Masterstudium an der HSG aufnehmen.